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Froschprinzessin Teil1

Froschprinzessin Teil1

Beitragvon Dzhiwa » Do Jan 17, 2013 8:07 pm

Es lebte einst in uralten Zeiten ein Zar. Er hatte drei Söhne, stattlich und schön im Antlitz.
Es kam die zeit, so wurde der Zar schwach und greise. Wem soll er sein Reich überlassen, welcher von drei Söhnen soll hier regieren? So erdachte sich der Zar, seine Söhne sollen heiraten.
So liess er sie an sich rufen und sagte ihnen:
„Meine lieben Söhne, nehmt eure gut gespannten Bögen und jeder einen Pfeil und geht ins reine Feld. Spannt die Bögen und lasst eure Pfeile fliegen. Da wo eure Pfeile gelangen, dort findet jeder von euch auch seine Braut.“
So nahmen die Söhne ihre Bögen und Pfeile, gingen ins reine Feld und ließen die Pfeile fliegen.
Der Pfeil des ältesten Sohnes fiel auf den Hof eines Adligen Herren, genau vor das Fenster seiner Tochter, die gerade hübsch gemacht wurde. Der Pfeil des zweiten Sohnes fiel auf den Hof eines Kaufmannes, direkt seiner Tochter an die Füße, die gerade am Eingang saß und ein Stück Honigkuchen verputzte. Und der Pfeil des dritten Sohnes, Iwan-Zarewitsch, fiel in den Sumpf, wo ihn ein Frosch auffing. Lange suchte Iwan-Zarewitsch, bis er an den Sumpf gelangte. Als er den Frosch mit seinem Pfeil erblickte, blieb ihm fast das Herz stehen. Er konnte vor Verwunderung kein Wort über die Lippen bringen. Und der Frosch saß auf einem Seerosenblatt, lächelte ihn an und sagte mit menschlicher Stimme:
„Habe keine Angst, Iwan-Zarewitsch, nimm mich mit auf deinen Palast.“
„Wie kann ich denn einen Frosch heiraten?“, erwiderte verblüfft Iwan-Zarewitsch.
„So ist es dein Schicksal, Iwan-Zarewitsch“, gab ihm der Frosch die Antwort.
Nun nahm Iwan-Zarewitsch den Frosch in seinen Hut und brachte es mit auf seinen Schloss.
Die Brüder kamen mit ihren Bräuten auf den Palast ihres Faters und Iwan-Zarewitsch eben mit seinem Fröschlein. Kaum erblickten die Brüder, wen da Iwanuschka mitgebracht hatte, lachten sie so lauthals, dass die Mauern zitterten.
Der Zar jedoch schaute sich alle streng an und verkündete:
„Nun will ich sehen, welche von euren Verlobten am besten die Handarbeit beherrscht. Bis morgen früh soll jede ein Hemd für mich anfertigen. So ist mein Wille.“
So gingen alle drei Söhne jeder in seinen Palast. Iwan-Zarewitsch ließ den Kopf hängen und wusste keinen Rat. Sein Fröschlein schaute ihn zärtlich an und sagte:
„Sei ohne Sorge, Iwan-Zarewitsch, leg dich schlafen. Kommt Tag, kommt Rat.“
So ging Iwan-Zarewitsch schlafen. Das Fröschlein wartete, bis er tief und fest eingeschlafen war, und dann.... warf sie auf einmal ihre Froschhaut ab und wurde eine wunderschöne Maid – Wassilissa, die Weise. Die Maid ging an den Eingang klatschte in die Hände und rief laut in den Himmel:
„Hey, ihr Ammen und Dienerinnen, bringet mir meinen Webstuhl und helft mir dabei, ich will ein Hemd für meinen Schwiegerfater anfertigen.“ Sodann erschien ein zauberhafter Webstuhl mit wunderbaren Fäden. Wassilissa setzte sich an die Arbeit und so flink war sie, dass im Nu ein feiner schöner Stoff vom Webstuhl herunter glitt. Mit wenigen Handgriffen war das Hemd fertig. Mit Sonne, Mond und Sternen und feinen zierlichen Mustern bestickt, lag es nun schön eingepackt auf dem Tische. Kaum war Iwan-Zarewitsch am nächsten morgen erwacht, erblickte er das Hemd und konnte vor Verwunderung kein Wort über die Lippen bringen. So nahm er das Hemd und ging an den Palast seines Faters.
Dort waren bereits seine Brüder mit den Werken ihrer Verlobten. Der Zar nahm nun das Hemd von seinen ältesten Sohn.
„Nun“, sagte er, „solch ein Hemd kann ich nur am Hinterhof tragen“.
Und reichte es kopfschüttelnd seinen Dienern.
Dann war der zweite Sohn an der Reihe.
„Ach du meine Güte“, seufzte der Zar betrübt, „solch ein Hemd kann ich nur in der Banja anziehen“.
Dann trat Iwan-Zarewitsch nach vorn und reichte mit Verbeugung seinem Fater das Hemd von Wassilisa, der Weisen.
„Ach“, rief der Zar überrascht, „dieses Hemd werd` ich nur an Feiertagen anziehen! So ein schönes Muster! Und der Stoff!“
„So!“ kündigte der Zar erneut. „Nun will ich sehen, welche von euren Verlobten am besten Backen und Kochen kann. Jede soll mir bis morgen früh ein Brot backen. Das ist mein fäterlicher Wille!“
So kam Iwan-Zarewitsch in seinen Palast, noch tiefer ließ er seinen Kopf hängen, noch betrübter war sein Antlitz. Sein Fröschlein hüpfte am Tisch und fragte ihn sanft:
„Was ist, Iwan-Zarewitsch? Was lässt du deinen Haupt hängen? Oder hat mein Hemd deinem Fäterchen missfallen?“
„Ach, Fröschlein, das Hemd hat meinem Fater am besten gefallen, aber nun musst du bis morgen früh ein Brot backen, wie soll denn das gehen?“, erwiderte Iwan-Zarewitsch voller Kummer.
„Lass es meine Sorge sein, Liebster“, antwortete das Fröschlein, „leg dich schlafen und ruhe. Kommt Tag, kommt Rat“.
So legte sich Iwan-Zarewitsch und schlief bald tief und fest ein.
Indes schlichen an seinen Palast die beiden anderen Frauen, die Verlobten der älteren Brüder, und wollten spähen, wie denn das Fröschlein nun ein Brot backen will.... wo es schon solch ein Hemd angefertigt hatte. So lugten sie durch das Fenster in die Kammer hinein. Das Fröschlein aber wusste das und bat ein Mäuslein, dass es ihm hilft. Die beiden nahmen ein Kehrbesen, kehrten die Ecken und die Diele, streuten das Kehrgut in eine Schüssel hinein und rührten den Teig und schoben ihn in den Ofen. Die beiden Frauen staunten sehr und gingen dann heim.
Das Fröschlein indes warf sein Haut ab und wurde Wassilissa, die Weise.
Sie ging an den Eingang. Klatschte in die Hände und rief laut:
„Hey, ihr Ammen und Dienerinnen, schafft mir meine Mühle heran und bringet mit das Himmlische Korn, ich will nun das Brot backen, welches ich bei meinem Fäterchen gegessen habe!“ Sogleich erschien die Mühle bei ihr, und das feine goldene Korn rieselte hinein und die Mühle mahlte.
Im Nu war das Brot gebacken, mit Zopf und allerlei Zierden war es geschmückt. So aromatisch und schön lag es nun auf dem Tische eingepackt.
Als Iwan-Zarewitsch am nächsten Morgen erwachte und das Brot auf dem Tische erblickte, konnte er vor Verwunderung kein Wort über die Lippen bringen. So nahm er das Brot und ging in den Palast seines Faters.
Dort empfing der Zar bereits Iwanuschkas Brüder. So nahm er das Brot von seinem Ältesten Sohn.
„Och, mit diesem Stein kann man nur Feinde erschlagen!“, stöhnte der Zar und reichte das Brot an seine Diener.
Der zweite Sohn war an der Reihe.
„Au, weiha! Mit diesem Klotz kann man nur Stall stützen!“, jammerte er und hielt sich an der Wange.
Da trat Iwan-Zarewitsch hervor und reichte seinem Fater mit Verbeugung das Brot von Wassilissa.
„Ach!“, rief der Zar begeistert und kostet gleich ein Stückchen, „Dieses Brot werd´ ich nur an Feiertagen essen!“
„So!“ kündigte der Zar erneut. „Nun will ich, dass ihr alle mit euren Verlobten an unserem Fest teil nehmt. Heute Abend kommt hierher, fein gekleidet! Das ist mein fäterlicher Wille!“
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