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Banja eine Wohltat für Körper und Seele

Erfahrungen rund um die Heilung von Körper Geist und Seele

Banja eine Wohltat für Körper und Seele

Beitragvon Dzhiwa » So Jan 13, 2013 5:26 pm

Banja – ein Raum für Reinigung und Heilung

Seit Urzeiten dient Banja uns Menschen als Mehrzweckraum. Körperpflege, Reinigung, Wäsche, Wohlfühlen, Kräuter trocknen, Heilen, Gebären, in der Not auch als Schlafplatz. Banja ist ein fester Bestandteil eines Heimes, ohne sie ist kaum ein Hof vorstellbar.
Banja kommt in jedem slawischen Märchen, in jeder slawischen Sage vor. Meistens ist es ein Großmütterchen, bei der ein Zaren- oder Bauernsohn Iwanuschka ankommt und nach einem Rat oder Weg fragt und dann heißt es: „Lass mich erst in der Banja reine schwitzen und dann erzählen“.
Nach allen Arbeiten und Werkeln, nach langen Reisen, bei Wehwehchen und Plagen geht man und frau in die Banja. Ofen wird rechtzeitig gefeuert. Durch reichlich Wasser oder Kräuteraufguss, auf die Steine gegeben, kommt ein feuchter Dampf, welcher individuell reguliert werden kann. Nach der Besenbehandlung und Reinigung in der Banja fühlen sich alle wie neu geboren. Und das ist im direkten Sinne gemeint. Durch hohe Temperaturen und feuchten Dampf werden im Schwitzprozess alle Giftstoffe aus dem Körper weggeschwemmt. Besenbehandlung öffnet und reinigt tief die Poren und die Haut, regt Saftflüsse an, wirkt auf alle Reflexzonen ein.
Wirbelsäule und einzelne Wirbeln werden begradigt und an die rechte Stelle gerückt. Es ist eine Wohltat für die Seele und den Körper, denn diese fühlen sich erleichtert und wieder frisch und jung. Durch die Körperliche tiefe Reinigung werden auch zerstörende Gefühle und Gedanken verbrannt. Dies gibt der Seele das Gefühl der Leichtigkeit und Reinheit.
In der Regel beginnt man einen Banjagang mit einer kurzen Besenbehandlung, nach einer kurzen Pause wird eine aufwendige Besenbehandlung durchgeführt. Nach dieser legt man erneut eine Pause ein, in der nach Wunsch ein Kräutertee getrunken wird, der Reinigung oder Heilung fördert. Im dritten Gang wäscht man sich mit Pflanzenseife und Kräuteraufgüssen, anschließend erfrischt man sich mit kaltem Wasser.

Unsere Ahnen nutzten Banja auch als Geburtshaus: Der Mann bereitete einen großen Holztrog speziell für diesen Zweck auf. Mit warmen Wasser befüllt, in der warm angeheizten Banja bereitete sich das Ehepaar auf die Geburt ihres Kindes vor. Richtige Heilkräuter in greifbarer Nähe förderten einen leichten Geburtsprozess. In aller Ruhe kamen Kinder auf die Welt, in die Hände ihrer Fäter. Hebammen wurden nur bei speziellen Fällen gerufen, wo die Lage die Anwesenheit einer erfahrenen Hebamme auch erforderte.
In der Banja wird Wäsche gewaschen. Eine vollautomatische Waschmaschine hielt erst in den letzten Jahrzehnten ihren Einzug in viele slawische Haushalte. In ländlichen Gebieten greifen Frauen immer noch auf die alte Weise zurück. Warmes Wasser nach Banjabehandlungen und Zuber bieten gute Gelegenheit fürs Wäsche waschen.
Banja bietet auch genügend Raum fürs Trocknen von Heilkräutern, auf dem Dachboden ist es luftig und trocken. Dort werden auch teilweise Behandlungsbesen aufbewahrt. Mit etwas Heu belegt lässt sich da im Sommer auch gut schlafen.
Banja wird nach der alten Art vom Lärchen- oder Kiefernholz als Blockhütte gebaut. Die alte Art beinhaltet einen Raum, wo an einer Seite ein Ofen steht, und sich an der anderen Liege- und Sitzbänke befinden.
Spätere Banja, die auch heute noch erweitert wird, besteht in der Regel von 2, manchmal von 3 Räumen: Ein Vorraum fürs Umkleiden, Ruhen, gemütlich Tee trinken, der eigentliche Feuchtdampfraum und in einigen Varianten noch ein dritter Raum für die Dusche, welcher jedoch erst in der moderner Zeit eingeplant wurde.
Der Vorraum einer Banja bietet genug Platz für einige Menschen. Neben dem Umkleiden und Ruhepausen zwischen einzelnen Gängen, sitzt man dort gerne nach der Behandlung und trinkt Kräutertee, damit der Heileffekt einer Banjabehandlung noch intensiver wird.
Im Vorraum befindet sich auch die Feuerstelle eines Banjaofens.
Der Banjaofen ist das Herz einer Banja. Er trennt Vorraum und Feuchtdampfraum und bringt das Ganze erst so richtig in den Schwung.
Der Feuchtdampfraum bergt den Feldsteinaufbau und Wasserbehälter an der anderen Seite des Ofens, sowie Liege- und Sitzbänke, ein Fass mit kaltem Wasser, Holzbottiche, Schöpfkelle, Eimer Regale mit Pflegemitteln, Schüsseln und Behandlungsbesen. Der Holzboden in diesem Raum hat etwas breitere Spalten und der Unterboden hat eine Neigung und einen Abfluss, damit das Wasser beim Waschen frei weg fliessen kann.
Behandlungsbesen in einer Banja ist sehr wichtig. Das ist das Werkzeug und Heilmittel. Auf die Wahl und Bereitung eines Behandlungsbesens wird ein großer Wert gelegt. Zeitpunkt der Ernte, Wahl der Bäume und Kräuter, Trocknung und Aufbewahrung spielen dabei eine wichtige Rolle. Denn er bestimmt neben dem behandelnden Menschen im grossem Maße den Erfolg eine Behandlung.
Die gängigsten Besen werden von reifen Birken oder Eichenzweigen gemacht. Geerntet wird in der Regel Mai oder Juni vor der Blüte der Bäume. Zweige werden abgeschnitten und Bündelweise luftig und trocken aufgelegt. Hin und wieder wenden, bis sie so weit sind – die raschelnde trockene Form erhalten und spezifisch duften.
Für die Behandlung werden trockenen Besen mit sehr heißem Wasser in einem Bottich aufgegossen und eine Weile stehen gelassen, danach noch warm wird vom Fuß bis an den Kopf und zurück auf allen Körperseiten erst gestreichelt, danach sanft und dann etwas fester gepeitscht. Die Techniken sollen von den geübten Menschen gezeigt werden. Damit der Spass an der richtigen Behandlung bleibt.
Es ist ein Muss für jeden Menschen, der sein Wesen im Reinen erhalten will.
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